"Wir können den Wind nicht ändern,
aber die Segel anders setzen." Aristoteles, 384 bis 322 v.Chr.
MBCT – Mindfulness-Based-Cognitive-Therapy
„Die Achtsamkeitsbasierte Kognitive Therapie (MBCT) wurde von den Professoren Williams, Teasdale, Segal und Kabat-Zinn entwickelt, um Menschen mit ein- oder mehrfach durchlebter Depression eine Methode an die Hand zu geben, das Risiko eines Rückfalls zu verringern.
MBCT kombiniert die Kernelemente aus dem MBSR – Programm mit Techniken der kognitiven Verhaltenstherapie in einem 8 – wöchigen Trainingsprogramm.
Neben den formalen Achtsamkeitsübungen und der Schulung der Achtsamkeit im Alltag beinhaltet das Programm grundlegende Informationen zum Thema Depression und integriert Übungen der kognitiven Verhaltenstherapie.“ (zitiert nach MBSR/MBCT Verband)
Rückfallrisiko bei Depressionen und Angststörungen
Eines der Kernprobleme bei Depressionen und auch bei Angststörungen ist, dass auch nach Abklingen einer akuten Episode das Risiko eines erneuten Auftretens der Depression hoch ist. Mindestens 50 % der Patienten, die sich von einer depressiven Episode erholt haben, erleiden wieder einen Rückfall. Mehrere erlittene depressive Episoden erhöhen das Rückfallrisiko nochmals deutlich. Deshalb wird seit einigen Jahren sehr großen Wert auf Verfahren zur Rückfallprophylaxe gelegt, wobei wissenschaftliche Studien darauf schließen lassen, dass die achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie eine wirkungsvolle Methode ist, um dieses Rückfallrisiko bei Patienten zu reduzieren.
Im Mittelpunkt der kognitiven Therapieverfahren stehen Kognitionen. Kognitionen umfassen Einstellungen, Gedanken, Bewertungen und Überzeugungen. Die kognitiven Therapieverfahren gehen davon aus, dass die Art und Weise, wie wir denken zu großen Anteilen bestimmt, wie wir uns fühlen und verhalten, wie wir körperlich reagieren. (Quellen und Literaturhinweise können über den deutschen MBSR/MBCT Verband bezogen werden. www.mbsr/mbct-verband.org)
Auswirkungen und Ziele des MBCT Achtsamkeitstrainings
MBCT ist ein Therapieverfahren, das entwickelt wurde, um Frühwarnsymptome, die sich eben in Gedanken, Gefühlen und Körperempfindungen offenbaren, rechtzeitig wahrzunehmen, um weiteren depressiven Rückfällen vorzubeugen zu können.
Wesentlich ist das Erkennen und modifizieren von selbstschädigenden, autodestruktiven, automatischen Gedankenmustern und Grundüberzeugungen sowie selbstschädigenden autodestruktiven Verhalten und Verhaltensimpulsen. Durch dieses Erkennen und Verstehen der persönlichen depressiven Dynamik wird erst ein bewusster und achtsamer Umgang mit den eigenen depressiven Gedanken und Gefühlen möglich. Achtsamkeit hilft depressiven Patienten aus ihren automatischen Gedankenmustern und „Grübelschleifen“ selbstregulativ auszusteigen.
Achtsamkeit schult einen wachen und bewussten Umgang mit sich selbst und macht eine offene, annehmende und „realistische“ Verbindung zum gegenwärtigen Augenblick möglich.
Im Mittelpunkt des MBCT – Programms stehen:
Angeleitete Übungen zur Körperwahrnehmung (bodyscan)
Schulung der Achtsamkeit im Liegen, Sitzen und Gehen
Sanfte Bewegungsübungen (Hathayoga)
Das Erkennen automatisch ablaufende Reaktionsmuster und ein achtsamer Umgang mit
schwierigen Gedanken und belastenden Gefühlen werden erlernt und geübt
(Sitzmeditation)
Übungen zur Integration der Achtsamkeitspraxis in den Alltag
Für wen ist MBCT geeignet?
MBCT eignet sich für Menschen, die eine oder mehrere depressive Episoden leichten, mittleren oder schweren Grades erlitten haben und die lernen möchten, sicherer, selbstregulierend und gesundheitsbewusster mit ihrer Erkrankung umzugehen.
MBCT kann als Ergänzung zu oder nach einer psychiatrischen oder psychotherapeutischen Behandlung zur Selbsthilfe und Stabilisierung wirken.
Voraussetzung für das Training ist, dass Teilnehmer/innen nicht in einer akuten depressiven Episode sind.
Das 8 – Wochen Training umfasst:
Ein persönliches Vorgespräch
8 Termine mit ca. 2,5 Std. Dauer
1 Achtsamkeitstag mit ca. 6 Std. Dauer
Arbeitsunterlagen und CDs mit Übungsanleitungen zum Nacharbeiten der Sitzungen.
Es wird die Bereitschaft voraus gesetzt, täglich zu Hause zu üben.
Das regelmäßige Üben zu Hause während des 8-Wochentrainings ist ein wesentliches Element, um das Gelernte wirkungsvoll in den Alltag zu integrieren.
Kursgebühr:
400.- €
Aktuelle Termine und Veranstaltungsorte entnehmen Sie bitte der Informationsrubrik